Wer entscheidet, an was wir uns morgen erinnern werden?

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Wer entscheidet, an was wir uns morgen erinnern werden?


Was wären wir ohne individuelle Gedächtnisbildung und kollektive Erinnerungskultur, ohne Geschichte und Geschichtsschreibung? Wir: das sind im Sinne der UNESCO alle Menschen als eine dem Wissen voneinander und gegenseitigen Toleranz und Frieden untereinander zugeneigte Weltgemeinschaft in all´ ihrer kulturellen Vielfalt. Dafür hat die UNESCO angesichts der drohenden Überflutung der Tempel beim Bau des Assuan-Staudamms im Jahre 1972 das Welterbeprogramm für Monumente und im Jahre 1992 nach der Zerstörung der Nationalbibliothek in Sarajevo beim Balkankrieg das Programm „Memory of the World“ für Dokumente eingerichtet. Und doch gab und gibt es Verlust und Vernichtung von Erbe: bei Katastrophen wie dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar oder dem Zusammenbruch des Stadtarchivs in Köln, aber auch durch Terrorakte im syrischen Palmyra oder die nur durch die mutige Tat des Archivars verhinderte Zerstörung von wertvollen Handschriften in Timbuktu.

Warum und wie die UNESCO dieses macht und in der Globalisierung das  Wissen voneinander und den Respekt gegenüber Anderen beispielhaft durch Monumente bzw. Dokumente in Listen des Welterbes stärken will, ist Thema dieses Vortrags.

Datum: 15.02.2018, 18:30 Uhr Ort: Fugger und Welser Erlebnismuseum Äußeres Pfaffengässchen 23 86152 Augsburg

Vortragsreihe: Stadtgeschichte(n): Geld, Glaube und Kommunikation.

Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard

Leonhard thumbist Staatssekretär a.D. und Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Mitglied im Vorstand der Deutschen UNESCO-Kommission und Vorsitzender des Nominierungskomitees für das UNESCO-Programm „Memory of the World“ und Mitglied im Universitätsrat der Universität Augsburg. Nach dem Studium der Geschichte, Klassischen Philologie, Historischen Hilfswissenschaften und Philosophie promovierte er 1976 und war anschließend an diversen Universitäten tätig. Er wurde mit zahlreichen Ehren ausgezeichnet, darunter die Ehrenbürgerwürde und die Goldene Verdienstmedaille der italienischen Hafenstadt Ancona, das Verdienstkreuz I. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die Puschkin-Medaille der Russischen Föderation.